Sonntag, 4. November 2007

:: Movin' Wes [ Spieltechnik ]

Vor eine paar Tagen habe ich ganz überraschend einen neuen Einstieg in die Daumen-Technik von Wes Montgomery gefunden. Ich hatte noch ein paar Tage davor "Boss City" gehört, eine der populärsten "kommerziellen" Montgomery-Aufnahmen, was vielleicht der Auslöser für meine Entdeckungen gewesen sein mag.

Wes Montgomery hat sich übrigens selbst - und wie ich finde, mit Recht - gegen Kritiker gewehrt, die seine kommerziellen Aufnahmen als "nicht jazzmäßig" abgelehnt haben. Mit derselben Begründung könnte man etwa auch "Just Friends" von Charlie Parker mit seinem sacharin-süßen Streicher-Arrangement ablehnen, obwohl es meiner Ansicht nach (in seiner Gesamtheit) mit eine der schönsten Parker-Aufnahmen überhaupt ist. (Parker selbst hat "Just Friends" übrigens auch einmal als seine beste Aufnahme bezeichnet.)

Hier noch ein paar Tips für die Wes Montgomery-Technik:
  • Den betreffenden Daumennagel auf der Seite, die man zum Spielen benutzt, ganz kurzschneiden.
  • Die rechte Hand zumindest mit dem kleinen Finger auf der Gitarrendecke abstützen.
  • Den Daumen möglichst parallel zu den Saiten halten.
  • Den Daumen wie ein Plektrum benutzen (Up- und Downstroke). Nach dem Upstroke findet der Daumen an der benachbarten Saite Halt. Üben!
  • Die betreffende Saite wird möglichst nur von der nach einer Weile verhornten Daumenseite berührt.

:: maj7 [ Verschiedenes ]

Ich habe vorhin bei zwei von Stan Kenton aufgenommenen Stücken mitgespielt, die auf der LP bzw. CD "Kenton in Hi-Fi" zu finden sind: "Machito" sowie eine Neuaufnahme (in Stereo) des Kenton-Klassikers "Artistry in Rhythm".

Bei beiden Stücken wird u. a. extensiv von maj7-Akkorden Gebrauch gemacht (wie z. B. auch in dem Kenton-Stück "Lament", das aber auf diesem Album nicht zu finden ist. Interessant: Auf allen hier genannten Stücken spielt der brasilianische Gitarrist Laurindo Almeida Gitarre ("Lament" ist ein Feature-Stück für ihn).

Ich habe immer mehr das Bedürfnis, neben einer dringend notwendigen Repertoire-Erweiterung auch flüssig vom Blatt spielen zu lernen, und ich finde, daß Stücke wie die oben genannten sich ganz gut dafür eignen, zumal die Melodieführung hier nicht übermäßig kompliziert ist (wie das etwa bei Bop-Stücken der Fall wäre).

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