Mittwoch, 20. Februar 2008

:: Frust [ Persönliches ]

Als ich heute am Schloßplatz in Stuttgart über meinen "Streetman 10"-Verstärker (bei moderater Lautstärke) Gitarre gespielt habe, kamen prompt zwei Polizisten und informierten mich darüber, daß das Musizieren mit Verstärker nicht gestattet sei. Als ich sie darauf hinwies, daß z. B. (bei wärmerem Wetter) lokale Radiostationen samstags den ganzen Schloßplatz beschallen, wurden sie unfreundlich und meinten, "es ginge jetzt nur um mich", und als ich ihnen auseinanderzusetzen versuchte, daß hier mit zweierlei Maß gemessen würde, drohten sie mir, meinen Verstärker zu beschlagnahmen. Im Sommer spielt jedoch z. B. eine bestimmte Indio-Gruppe mit kompletter PA und Gesangsanlage sehr erfolgreich auf der Oberen Königstraße. Ein anderer Polizist hatte mir dazu gesagt, "da könnte man eben nichts machen", "die Polizei könne schließlich nicht überall sein". Tja - was soll man da sagen? Mich ärgert das jedenfalls ziemlich.

Sonntag, 4. November 2007

:: Movin' Wes [ Spieltechnik ]

Vor eine paar Tagen habe ich ganz überraschend einen neuen Einstieg in die Daumen-Technik von Wes Montgomery gefunden. Ich hatte noch ein paar Tage davor "Boss City" gehört, eine der populärsten "kommerziellen" Montgomery-Aufnahmen, was vielleicht der Auslöser für meine Entdeckungen gewesen sein mag.

Wes Montgomery hat sich übrigens selbst - und wie ich finde, mit Recht - gegen Kritiker gewehrt, die seine kommerziellen Aufnahmen als "nicht jazzmäßig" abgelehnt haben. Mit derselben Begründung könnte man etwa auch "Just Friends" von Charlie Parker mit seinem sacharin-süßen Streicher-Arrangement ablehnen, obwohl es meiner Ansicht nach (in seiner Gesamtheit) mit eine der schönsten Parker-Aufnahmen überhaupt ist. (Parker selbst hat "Just Friends" übrigens auch einmal als seine beste Aufnahme bezeichnet.)

Hier noch ein paar Tips für die Wes Montgomery-Technik:
  • Den betreffenden Daumennagel auf der Seite, die man zum Spielen benutzt, ganz kurzschneiden.
  • Die rechte Hand zumindest mit dem kleinen Finger auf der Gitarrendecke abstützen.
  • Den Daumen möglichst parallel zu den Saiten halten.
  • Den Daumen wie ein Plektrum benutzen (Up- und Downstroke). Nach dem Upstroke findet der Daumen an der benachbarten Saite Halt. Üben!
  • Die betreffende Saite wird möglichst nur von der nach einer Weile verhornten Daumenseite berührt.

:: maj7 [ Verschiedenes ]

Ich habe vorhin bei zwei von Stan Kenton aufgenommenen Stücken mitgespielt, die auf der LP bzw. CD "Kenton in Hi-Fi" zu finden sind: "Machito" sowie eine Neuaufnahme (in Stereo) des Kenton-Klassikers "Artistry in Rhythm".

Bei beiden Stücken wird u. a. extensiv von maj7-Akkorden Gebrauch gemacht (wie z. B. auch in dem Kenton-Stück "Lament", das aber auf diesem Album nicht zu finden ist. Interessant: Auf allen hier genannten Stücken spielt der brasilianische Gitarrist Laurindo Almeida Gitarre ("Lament" ist ein Feature-Stück für ihn).

Ich habe immer mehr das Bedürfnis, neben einer dringend notwendigen Repertoire-Erweiterung auch flüssig vom Blatt spielen zu lernen, und ich finde, daß Stücke wie die oben genannten sich ganz gut dafür eignen, zumal die Melodieführung hier nicht übermäßig kompliziert ist (wie das etwa bei Bop-Stücken der Fall wäre).

Mittwoch, 17. Oktober 2007

:: Neuer Sound [ Persönliches ]

Seit ich den Bleigel-Akku (12V/7,2 Ah) in meinen "Streetman 10" eingebaut habe, hat sich der Klang meiner Konzertgitarre deutlich verbessert. In Verbindung mit dem piezo-elektrischen Steg-Pick-up hat sie jetzt einen trockenen, jazzigen Archtop-Sound, bei dem der Klang der einzelnen Saiten wunderbar klar getrennt wird. Fazit: Es ist also schon mit vergleichsweise einfachen Mitteln möglich, einen guten Sound zu bekommen. Von auf die Decke aufzuklebenden Pick-ups möchte ich aber dringend abraten! Imho ist das nur 'rausgeworfenes Geld.

Sonntag, 23. September 2007

:: Definitiv! [ Plattentip ]

"Johnny Smith Meets the Master Saxes" (cover).

Das ist, wie ich finde, die absolut definitive Einführung in die Musik des Jazzgitarristen Johnny Smith ("Moonlight in Vermont"): die CD "Johnny Smith Meets the Master Saxes". Außer dem Klassiker "Moonlight in Vermont" (mit Stan Getz am Tenorsaxophon) ist auf dieser CD u. a. auch eine wunderschöne Version [RealPlayer] von "Tenderly" zu finden. Obwohl Johnny Smith nicht den Bekanntheitsgrad z. B. von Wes Montgomery oder Tal Farlow hat, ist er unbestritten einer der besten Jazzgitarristen überhaupt. Es gab da mal vor einiger Zeit einen Artikel (ich glaube, es war im "Guitar Player Magazine"), in dem Johnny Smith als "Master of good taste" bezeichnet wurde, und ich meine, nicht zu Unrecht.

Mittwoch, 12. September 2007

:: Wow! [ Persönliches ]

1. Akkord aus "Moonlight In Vermont"

Yep! Endlich habe ich es geschafft, auf meiner elektrisch verstärkten Konzertgitarre eine brauchbare Version von "Moonlight In Vermont" (im Arrangement von Johnny Smith1) zu spielen, und da ich die Original-Akkorde - auf einer Konzertgitarre, wie gesagt - aus technischen Gründen z. T. einfach nicht greifen kann (der erste Akkord geht über sechs Bünde), habe ich die Akkorde teilweise etwas vereinfach. Klingen tut es trotzdem toll!

Hier noch der erste Akkord aus "Moonlight In Vermont", so wie ich ihn spiele:

1. Akkord aus "Moonlight In Vermont" (Substitut)

An dieser Stelle noch etwas zu Johnny Smith: Ganz charakteristisch für ihn sind seine wunderschönen, "schwirrenden" Akkorde, was er - neben dem leicht verzerrten Klang seiner Gibson-Archtop - vor allem durch die Verwendung von Sekundenintervallen erreicht. Durch seine ausnehmend großen Hände ist Johnny Smith (wie z. B. der inzwischen verstorbene Tal Farlow) in der Lage, Akkorde in Klaviernotation zu greifen.
1 Mehr zu ihm findet ihr auch in der Wikipedia [englisch].

Dienstag, 28. August 2007

:: Bird & Prez [ Internet ]

Lester Young im "Spotlite" (1946) Charlie Parker und Red Rodney im "Downbeat" (ca. 1947)

Fotos © Copyright by William P. Gottlieb/Ira and Leonore S. Gershwin Fund Collection, Music Division, Library of Congress.

Auf WKCR der Columbia University, N. Y. läuft gerade anläßlich der Geburtstage von Lester Young (27. August) und Charlie Parker (29. August) eine irre Sendung [MP3], die, soweit ich das mitbekommen habe, 48 72 Stunden lang non-stop gesendet wird, u. a. mit jeder Menge rarer Live-Aufnahmen (z. B. von "Jazz at the Philharmonic").

Morgen, Mittwoch, den 29.08.2007, sendet WKCR die von Phil Schaap gehostete Sendung "Bird Flight", in der fünf Stunden lang ausschließlich Charlie Parker gespielt wird. Die Sendung läuft 4 p.m. - 9 p.m. (EST). Daneben läuft auch - abgesehen von dieser wöchentlichen Sendung - sonst den ganzen Tag über ausschließlich Charlie Parker, so wie jedes Jahr an seinem Geburtstag.

Sonntag, 26. August 2007

:: Verstärker [ Technisches ]

Nobels "Streetman  15"

Für alle, die sich einen kleinen Verstärker zum Üben oder z. B. für Strassenmusik kaufen möchten, kann ich die "Streetman"-Serie der Firma Nobels empfehlen.

Ich habe mir vor ein paar Wochen über eBay sehr günstig einen neuen "Streetman 10" gekauft, mit dem ich bisher sehr zufrieden bin. Das obige Foto zeigt einen im Prinzip baugleichen "Streetman 15", der im Unterschied zum "Streetman 10" ein Massivholzgehäuse hat. Inwiefern das gerade bei dem doch rauhen Betrieb auf der Straße geeignet ist (lies: Kratzer), weiß ich nicht. Rein optisch sieht der "Streetman 15" jedenfalls deutlich schöner aus. (Da es noch vor ein paar Wochen im Fachhandel generell Lieferschwierigkeiten mit den "Streetman"-Amps gab, habe ich mich für den "Streetman 10" entschieden - auch, weil er vom Preis her sehr günstig war.)

Als Ergänzung würde ich persönlich statt der 6 Monozellen (= 9V) schon aus Kostengründen einen 12V-Bleigel-Akku einbauen (um die Luftzufuhr zum Lautsprecher nicht zu verbauen, am besten mit einer Halterung an der Verstärker-Rückseite). Die Verstärker bringen ihre Spitzenleistung von 15W auch erst bei 12V.

Das Handling ist mir jedenfalls sehr sympathisch, und auch der Sound ist für den Preis wirklich ok. Alles in allem kann ich diesen Verstärker wirklich empfehlen.

Nachtrag: Da der "Streetman 10", wie ich festgestellt habe, nur ein Gehäuse aus irgendwelchen Preßplatten besitzt, würde ich doch eher zum "Streetman 15" raten, dessen Ecken man ja ggf. mit Metallkappen o. ä. schützen kann.

Freitag, 17. August 2007

:: Nachtrag [ Persönliches ]

An dieser Stelle noch ein Update zu meinem letzten Beitrag "Neuigkeiten":

Heute hat mir Carlos vom American Guitar Center hier in Stuttgart einen piezo-elektrischen (Steg-)Tonabnehmer in meine Konzertgitarre eingebaut, da der Tonabnehmer, den ich mir gekauft hatte, wirklich eine absolute Katastrophe ist. Nicht nur, daß er nicht richtig auf der Gitarrendecke klebt - auch der Sound ist total verzerrt.

Es handelt sich hier allerdings nicht um einen der von Carlos selbst entworfenen Pickups1, da ich mir die im Moment leider (noch) nicht leisten kann, sondern um einen anderen Tonabnehmer, den er auf Lager hatte und der glücklicherweise keine Batterie benötigt.

Da ich hauptsächlich jazz-orientierte Musik spiele und eine Konzertgitarre wie meine Suzuki C-20 sowohl von der Spieltechnik als auch von der relativ hohen Saitenlage und dem breiten Hals her auf Dauer nicht das Richtige für mich ist (allenfalls als Zweitgitarre), ist mein nächstes Ziel, mir entweder eine Archtop2 oder einen erschwinglichen Selmer-Nachbau zu kaufen, die es z. B. günstig von der asiatischen Firma SAGA gibt (Tip: die "Gitane" D-500).
1 Die "Carlos"-Transducer werden von so weltweit renommierten Gitarristen wie Pat Metheny, Vicente Amigo oder Eric Clapton (ein spezieller "Eric"-Pickup mit Schriftzug in Perlmutt, den Carlos in E.C.'s schwarze akustische "Martin" 000-28EC eingebaut hat) gespielt. Darüber hinaus bietet Carlos inzwischen auch eine neue Version seines Akustik-Amps an.
2 In Bezug auf preisgünstige Archtops kann ich - gerade für Einsteiger - aufgrund des guten Preis-/Leistungsverhältnisses beispielsweise die "Artcore"-Serie von Ibanez empfehlen. (Da die Ibanez-Website leider Frames verwendet, habe ich auf eine meiner favorisierten Gitarren - eben eine "reine Jazz-Gitarre" - aus dieser Serie verlinkt. Die Übersicht über die gesamte "Artcore"-Serie findet ihr über das Hauptmenü und dort über den Menüpunkt "Electric Guitars". Hier kann ich aber leider ebenfalls keinen direkten Link anbieten, da das betreffende Menü Flash benutzt. Tja ... )

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